Die tiergestützte Arbeit mit Hunden hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. In pädagogischen, therapeutischen und sozialen Kontexten leisten Hunde wertvolle Beiträge zur Förderung emotionaler, sozialer und kognitiver Prozesse. Gleichzeitig stellt der Einsatz von Hunden in diesen sensiblen Bereichen hohe Anforderungen an Fachlichkeit, Verantwortung und ethisches Handeln.
Ziel der Ausbildung ist es, Teams hervorzubringen, die:
→ fachlich kompetent handeln,
→ das Wohl des Hundes jederzeit sicherstellen,
→ Klientinnen und Klienten schützen,
→ Einsätze professionell planen, durchführen und reflektieren,
→ ihre eigenen Grenzen und die ihres Hundes erkennen und respektieren.
Die Ausbildung folgt einem modularen Aufbau mit klar definierten Lernzielen, Theorie- und Praxisanteilen sowie einer abschließenden Zertifizierungsprüfung. Sie verbindet kynologisches Fachwissen, pädagogische und therapeutische Grundlagen sowie praxisnahe Einsatzvorbereitung.
Grundlage und Leitfaden für die Ausbildung ist das Ausbildungshandbuch für SH, BH, TBH, welches klar das Leitbild, den Ethik-Kodex, die Teilnahmevoraussetzungen, den modularen Aufbau inkl. Curriculum sowie der Prüfungsordnung enthält. Dieses Handbuch ist von mir selbst entworfen und für die von mir ausgearbeitete Ausbildung geschrieben worden.
Aufbau der Ausbildung
Die Ausbildung umfasst insgesamt 12 Module, die jeweils an einem Wochenende (Samstag und Sonntag) stattfinden. Jedes Modul kombiniert:
→ theoretische Wissensvermittlung,
→ praktische Übungen mit dem eigenen Hund,
→ Beobachtung und Analyse anderer Teams,
→ angeleitete Reflexion.
Die Struktur gliedert sich in drei Phasen:
→ Grundlagenphase (Module 1–4)
- Vermittlung gemeinsamer Basiskenntnisse für alle Einsatzbereiche:
- Ethik und Rolle
- Hundeverhalten
- Sicherheit und Hygiene
- Professionelle Haltung
→ einsatzspezifische Phase (Module 5–7)
Vertiefung im gewählten Einsatzbereich:
- Schulhund
- Therapiebegleithund
- Besuchshund
Ab diesem Abschnitt arbeiten die Teams überwiegend in ihren jeweiligen Einsatz-Tracks.
Vertiefung & Abschluss (Module 8–12)
→ Einsatzplanung
→ Recht und Organisation
→ Nachhaltigkeit
→ Einsatzsimulation
→ Abschlussprüfung
Diese Struktur ermöglicht eine schrittweise Entwicklung vom Grundlagenverständnis hin zur eigenständigen, professionellen Praxis.
Zeitlicher Rahmen
-> 12 Module in einem Zeitrahmen von ca. 12 Monaten (1 Modul pro Monat)
Jedes Modul umfasst:
→ Samstag: ca. 7 Stunden
→ Sonntag: ca. 6 Stunden
Ein Modul besteht typischerweise aus:
→ ca. 40–50 % Theorie
→ ca. 40–50 % Praxis
→ ca. 10–20 % Reflexion und Austausch
Zwischen den Modulen erhalten die Teilnehmenden:
→ Übungsaufgaben für den Alltag,
→ Beobachtungsaufträge,
→ Reflexionsfragen,
→ ggf. Literaturhinweise.
Die Zeit zwischen den Modulen dient bewusst der Integration des Gelernten in den Alltag und der Entwicklung des Teams.